Lazarz

Verhindern von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates

 

Zahn- und Zahnhalteapparaterkrankungen können verhindert werden. Gute Zahnhygiene und routinemäßige Vorsorge können das Gebiss Deines Tieres lebenslang gesund erhalten.

Tägliches ZÄHNEPUTZEN (siehe auch: WIE PUTZE ICH DIE ZÄHNE MEINES HUNDES) beseitigt Plaque und beugt der Zahnsteinentstehung vor. Zum Putzen sollte eine speziell für Tiere entwickelte Zahncreme benutzt werden, da Zahncreme für den menschlichen Gebrauch auf entzündliche Gebiete aufgetragen zu Reizungen führen kann. Spezielle Zahnbürsten mit Stiel oder auch als Fingerzahnbürste machen das Zähneputzen bequemer für Dich und Deinen Liebling.
Zur Zahn- und Zahnfleischpflege kannst Du auch ein um den Finger gewickeltes Stück Gazebinde benutzen.
Wichtig ist, daß Du überhaupt anfängst, begleitet von einer Menge Geduld und von viel Lob für Dein Tier.
Wichtig ist, daß Du überhaupt anfängst, begleitet von einer Menge Geduld und von viel Lob für Dein Tier.

Wenn sich Dein Schatz jeglichen Versuchen des Zähneputzens widersetzt, so übe keinen Zwang aus.
Andere Möglichkeiten zur Zahnhygiene bestehen aus der Fütterung von Kauknochen – z.B. RASK von Pedigree oder Kauknochen von DENTICUR – oder ZAHNDIÄTFUTTER von Hill´s , welches aufgrund seiner Konsistenz Plaque entfernt und dessen Ansiedlung verzögert.
Bevor Du aber Kauknochen oder Zahndiät verwendest, vergewissere Dich, ob Dein Tier gesund ist und nicht etwa eine Krankheit mit sich herumträgt, denn dadurch müssen bei manchen Tieren mehrere Probleme bei der Fütterung bedacht werden.

Gute Zahnpflege spielt die wichtigste Rolle bei der Zahngesundheit und der Ausbreitung schon existierender Zahn- oder Zahnhalteapparaterkrankungen.

Trotz sorgfältigem Zähneputzen wird sich im Laufe der Zeit Zahnstein ausbilden. Dann ist es notwendig, daß Deine Tierärztin oder Dein Tierarzt nach sorgfältiger Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches, den Zahnstein entfernt,
Sulcus (= Raum zwischen Zahn und freiem Zahnfleischrand) und Zahnwurzeln reinigt, die Zähne poliert, eventuell fluoridiert, wenn nötig auch Zähne extrahiert.

Das geht aber alles nur in VOLLNARKOSE!

Einer Narkose sollte immer eine Allgemeinuntersuchung vorangehen. Manchmal sind auch Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen nötig, um einen Überblick über die Gesundheit Deines Lieblings zu erlangen. Diese Informationen helfen, das Narkoserisiko zu minimieren und die Anästhesie für Dein Tier individuell anzupassen.
Wenn die Gefahr besteht, daß Bakterien in den Blutstrom streuen, z.B. bei Zahnfleischentzündungen, oder aber auch bei herzkranken oder alten Patienten, wird ein Antibiotikum eine paar Tage vor und nach dem Eingriff gegeben.

Die Patientenbesitzer sollten darauf achten, bei NARKOSEN:

am Morgen oder Mittag: das Tier am Vorabend das letzte Mal zu füttern;
am Abend: das Tier morgens letztmalig zu füttern.

 

Trinkwasser sollte bis zum Tierarztbesuch zur Verfügung stehen. Die Narkose wird dann speziell auf Ihren Liebling individuell ausgerichtet. Zu Anfang wird meist ein Beruhigungsmittel mit einem Injektionsnarkosemittel in einen Muskel, unter die Haut oder in eine Vene gespritzt. Das hilft dem Tier sich zu entspannen und mindert die Narkoserisiken.
Für längere Mundhöhleneingriffe wird Ihr Tier intubiert, d.h. es wird ein Gummischlauch ( = Tubus) über den Kehlkopf in den Anfangsteil der Luftröhre gebracht, wie es auch bei Operationen beim Menschen gemacht wird. An den Tubus werden die Zuführungsschläuche des Narkosegerätes gekoppelt.
Heute wird diese Narkose mit dem praktisch nebenwirkungsfreien Isofluran und Sauerstoff als Trägergas gefahren. Um eventuelle Schmerzen für das Tier während des Eingriffes auszuschalten wird ev. zusätzlich Lachgas zugeführt oder ein Schmerzmittel verabreicht. Diese Intubationsnarkose kann optimal gesteuert werden und wird von Helferinnen elektronisch überwacht.

Anfangs werden mit einer Zange oder einem Bohrer grobe Strukturen des Zahnsteins entfernt. Mit dem Ultraschallscaler oder auch mit einem Handinstrument wird der verbliebene Zahnstein oberhalb des Zahnfleischsaumes , aber auch in Zahnfleischtaschen entfernt. Lockere Zähne oder solche, deren Sulcus voller Eiter sitzt, werden gezogen.
Wenn der Verlust der Wurzelanhaftung eines Zahnes mehr als die Hälfte der Länge der Wurzel beträgt, so kann der Zahn nicht mehr gerettet werden. Zu diesem Zeitpunkt scheint für den Betrachter die zahntierärztliche Behandlung abgeschlossen zu sein, doch im Gegenteil beginnt jetzt die Sorgfältige Vorbeugetätigkeit (= Prophylaxe).

Das GLÄTTEN der WURZELN ist ein wichtiger Aspekt bei der Gebisssanierung. Das Gebiet unterhalb des Zahnfleischsaumes wird „freigekratzt“, denn dort, wo Zahnfleischtaschen ausgebildet sind, wachsen und vermehren sich Bakterien. Durch das sorgfältige Glätten der Wurzeln kombiniert mit einer ausgewählten Antibiotikatherapie wird das Wiederauftreten einer Erkrankung des Zahnhalteapparates verzögert.

Die Ultraschallbehandlung der Zähne hinterlässt auf der Zahnoberfläche mikroskopisch kleine Kratzer, an denen sich leicht wieder Plaque anlagern kann. Deshalb müssen diese Kratzer geglättet werden. Das geschieht durch POLIEREN der Zähne mittels einer flouridhaltigen Polierpaste zum Erhalt einer glatten Zahnoberfläche.
Abhängig von der gewählten Narkose sind die Patienten zumeist schnell wieder auf den Beinen und können nach Hause.
In manchen Fällen werden Schmerzmittel und / oder Antibiotika mitgegeben. Die Tiere müssen in unterschiedlichem Zeitraum zur Nachkontrolle in die Praxis kommen.

Der Zeitraum zwischen den zahntierärztlichen Behandlungen variiert von Tier zu Tier. Kleinere Rassen benötigen den Zahntierarzt meist häufiger als Vertreter der größeren Rassen.

Mit Zähneputzen und zahntierärztlicher Pflege können Erkrankungen des Zahnhalteapparates unter Kontrolle gehalten werden!
Durch konsequentes Handeln, auch schon bei leichteren Zahnfleischentzündungen, bilden sich schwere Grade der Erkrankungen des Zahnhalteapparates gar nicht erst aus.
Wenn sich jedoch ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung entwickelt hat, so ist der Zeitraum für prophylaktische Behandlungen, die gemacht werden müssen, um eine gesunde Mundhöhle zu erhalten, wesentlich kürzer.

Copyright Dr. med. vet. Lazarz

Tierärztliche Praxis für Heimtiere & Kleintierpraxis | Dr. Bernhard Lazarz - Fachtierarzt für Heimtiere

Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde

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