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Fette Sandratte (Psammomys obesus)

 

 

Fette Sandratten werden ob ihrer leichten Zähmbarkeit immer häufiger zum Freund der Heimtierhalter.

Diese Rennmaus ist im nördlichen Afrika von Algerien bis Saudi-Arabien hauptsächlich in trockenen sandigen Habitaten wie Wüsten, Halbwüsten, Baum- und Strauchsteppen beheimatet.

Systematik

Familie:                Langschwanzmäuse  (Muridae)

Unterfamilie:        Rennmäuse (Gerbillinae)

Gattung:              Sandratten (Psammomys)

Art:                      Fette Sandratte /Psammomys obesus)

 

 

Die Fette Sandratte ist eine große gemütliche Rennmausart, die selten buddelt und nagt.

Fellfarbe: graubraun bis sandfarben; Fell: dicht und weich; Haut: schwärzlich; Körperunterseite weißlich bis creme-farben; ein großer Kopf setzt sich nur gering vom Körper ab; kleine rundliche Ohren sitzen weit hinter dem Kopf;     im Bereich der Nase befinden sich lange Tasthaare (Vibrissen) zur Orientierung;

Der Schwanz der fetten Sandratte ist komplett behaart, wobei die Schwanzspitze schwärzlich gefärbt ist.

Große ovale Augen fallen auf. Die Extremitäten sind recht kurz, aber kräftig. Die Füße der Hinterbeine sind deutlich länger als die der Vorderläufe. Die Sandratte nimmt normalerweise die Nahrung mit den Vorderläufen auf und führt sie mit den Pfötchen zum Mund.

Die Tiere wiegen zwischen 135 – 210 Gramm , sind mit einer Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 20 cm und einer Schwanzlänge  von 10 – 15 cm im Vergleich zu anderen Rennmäusen recht groß.

Fette Sandratten sind überwiegend tagaktiv, im Sommer in den frühen Morgen- und Abendstunden. In der warmen Tageszeit halten sie sich im lockeren Boden in Bauen mit mehreren Ein- und Ausgängen auf. Der Bau besteht aus mehreren Räumen, die als Nahrungsspeicher, Schlafraum, Kotplatz oder Gebärraum dienen. Die Tiere leben in einzelnen Bauten, die aber eng beieinander liegen und sogar miteinander verbunden sein können. Einige Tiere solcher „Kolonie“ halten immer Wache und warnen die Koloniebewohner bei Gefahr. Sie sind sehr wachsam und fliehen bei der kleinsten Störung in ihre Baue

Fressfeinde sind Greifvögel, Eulen, Diademnattern und Goldschakale

Sie ernähren sich von Körnern aller Art, Sämereien, Rinde, Blättern Fuchsschwanzgewächsen und Sukkulenten. Trinkwasser brauchen sie nicht, den Flüssigkeitsbedarf decken sie ausschließlich über saftiges Futter. In Küstennähe nehmen sie stark salzhaltige Nahrung in Form von Gänsefußgewächsen auf. Zu kalorienreiches Futter kann zu Diabetes mellitus führen.

Weibliche Fette Sandratten werden im Alter von 3 – 4 Monaten geschlechtsreif, Männchen durchschnittlich mit 4 – 5 Monaten. Zwischen Dezember und Mai paaren sich die Tiere und werfen nach 25 – 30 Tagen Tragezeit 2 – 7 Junge bei 2 – 3 Würfen. Nach der Paarung trennen sich die Geschlechter wieder. Die Männchen sind polygam. Die Aufzucht obliegt der Mutter allein.  Die Säugezeit beträgt ca. 3 Wochen. Ab der 4. Lebenswoche werden die Fetten Sandratten unabhängig und bauen ihre eigenen Baue.

In Gefangenschaft können Fette Sandratten 3 – 4 Jahre alt werden

      

 

                                         

In der Haltung hat sich eine gleichgeschlechtliche Gruppe mit mehreren Tieren bewährt. Weibchen können gut mit einem Kastraten vergesellschaftet werden.

Die Tiere sind sehr wärmebedürftig. Dem sollte durch Heizsteine und Wärmelampen genüge getan werden. Geklettert wir gerne, häufig auch auf die Schultern ihres Halters. In Sandbädern baden die Tiere nicht, benutzen sie aber als Toiletten.

Wichtig bei der Haltung ist genügend gesicherter Auslauf in der Wohnung und ein großes hinten geschlossenes Laufrad.  Als Futter haben sich Löwenzahn, Chicoree, Gurke, Zucchini und kleine Tomaren bewährt.

© Dr. Bernhard Lazarz 12/2018

Fotos: Dr. Bernhard Lazarz 2, 3, 5, 8 und Reimund Bongartz 1, 4, 6, 7

Tierärztliche Praxis für Heimtiere & Kleintierpraxis | Dr. Bernhard Lazarz - Fachtierarzt für Heimtiere

Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde

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