Lazarz

UNSER PATENTIER IM ZOO DUISBURG 2017

ein PAKA (Cuniculus paca)

Die Tierärztliche Praxis für Heimtiere Duisburg, als Fachpraxis für Nager, hat für das Jahr 2017 ein Paka als Patentier ausgewählt.

Nach Capybara und Großem Mara ist das Paka der dritt-größte Nager Südamerikas.

Dass es sich bei dem Paka um einen Meerschweinchenverwandten handelt, wird auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich.

Systematik

Unterordnung:                               Stachelschweinverwandte (Hystricomorpha)

Teilordnung:                                   Meerschweinchenverwandte (Cavimorpha)

Familie:                                            Cuniculidae

Gattung:                                          Pakas (Cuniculus)

Art:                                                   Paka (Cuniculus paca)

 

Ein kompakter Körper mit geschwungenem Kopf, gewölbtem Rücken, ähnlich dem der Agutis, und kurze Beine kennzeichnen den Körperbau der Pakas. Die Ohren sind fleischfarben und dreieckig. Die Fläche unter dem nasenwärts verlängerten Jochbein lässt beiderseits eine Backentasche erkennen.

Lange Tasthaare und ein vorhandenes Tapetum lucidum lassen Pakas sich gut in der Dunkelheit orientieren.

Die Kopf-Rumpflänge beträgt bis zu 80 cm bei einer Schwanzlänge von etwa      4 cm. Durchschnittlich wiegen Pakas 9 kg, können aber auch mal bis zu 12 kg schwer werden. Die Schulterhöhe beträgt etwa 35 cm. Das kurze Fell ist auf der Oberseite rötlichbraun bis grau, auf der Unterseite und Schnauzenregion gelblich-weiß gefärbt. Parallel zum Rücken verlaufen im Fell der Oberseite vier und in der Grenzzone zur Unterseite eine weitere verwaschene Linie rundlich weißer Flecken. An den Vorderbeinen haben Pakas 4 und an den Hinterläufen  5 kräftige, hufeisenförmige Krallen, die sie zum Graben verwenden.

 

Pakas leben in Südamerika östlich der Anden und in den tropischen und subtropischen Gebieten Mittelamerikas.

Die Zahnformel lautet 1-0-1-3 in jeder Kieferhälfte des Ober- und Unterkiefers, d. h. 1 Schneidezahn, kein Eckzahn, 1 Prämolar, 3 Molaren: 4 x 5 = 20 Zähne.

 

Die gefurchten Wangenknochen bieten der Muskulatur perfekten halt, um den Kaudruck beim Nagen zu verstärken. Wenn Pakas sich bedroht fühlen, springen sie ihren Widersacher an und können ihm mit den kräftigen Schneidezähnen tiefe und klaffende Wunden zufügen. Um Angreifer abzuschrecken, knirschen Pakas bei Gefahr intensiv mit den Zähnen.

Pakas leben monogam, gehen aber am liebsten alleine ihres Weges. Das Revier eines Paares kann bis zu 3 Hektar groß sein. Während des Tages dösen die Paare zusammen oder einzeln an Waldsäumen an Buschufern in hohlen Baumstümpfen unter freigelegten Wurzeln oder in bis zu 9 Meter langen, selbstgegrabenen, oberflächennahen Bauten mit mehreren Ausgängen.

Pakas sind nachtaktiv und bei den Farmern unbeliebt, da sie nachts Zuckerohr-, Mais- oder Melonenplantagen plündern und damit zu großen Ernteschäden beitragen. Dabei benutzen sie feste Laufwege. Ihr Nahrungsbedarf ist immens. Sie sind hauptsächlich frugivor. Die Nahrungspalette ist sehr breit: Sämereien, Knollen, Blätter, Triebe, Wurzeln und Stängel stehen auf dem Speiseplan. Trotz ihrer plumpen Erscheinung sind diese Nager erstaunlich schnell und behende.

Gerüche sind wichtig für Pakas. So Besprühen sich Paare gegenseitig mit Urin, um ihren körpereignen Geruch zu übertragen und damit zur Befriedung der Paare beitragen. Dagegen werden fremd riechende Pakas von den Paaren attackiert und aus dem Reviervertrieben. Die Nager können schon mit dem ersten Lebenstag schwimmen und tauchen. Bei Gefahr flüchten sie ins Wasser.

In Mexiko haben die Pakas eine feste Paarungszeit. In anderen Regionen fallen bis zu 3 Würfe im Jahr. Nach einer Tragzeit von 115 – 120 Tagen werden ein oder zwei Junge mit einem Geburtsgewicht von 500 – 700 Gramm geboren. Das Männchen bleibt bei der Jungenaufzucht bei Mutter und Jungtieren. Die Jungen kommen voll entwickelt zur Welt. Augen und Ohren sind geöffnet. Zunächst bleiben sie im Nest mit der Mutter. Ab dem dritten Lebenstag nehmen sie Nahrung auf und begleiten ihre Mutter bei ersten Ausflügen.        Mit   6 Wochen sind sie entwöhnt. Wenn sie beginnen, ihre eigenen Duftstoffe zu entwickeln, werden die Jungen von den Eltern nicht mehr toleriert. Pakas werden mit 9 bis 12 Monaten geschlechtsreif.

Pakas werden 12 bis 13 Jahre alt, in Gefangenschaft bis 16 Jahre.

Pakas stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, gelten aber aufgrund hoher Bestandszahlen und Vorkommen in Schutzgebieten als nicht gefährdet. Im Washingtoner Artenschutzabkommen CITES unterliegen Pakas bestimmten Handelsbeschränkungen. Insbesondere in Ecuador galt Pakafleisch als hochwertige Delikatesse. Seit einigen Jahren ist die Jagd auf Pakas und deren Fleischverkauf verboten.

© Dr. Bernhard Lazarz 12/2018

Fotos: Zoo-Duisburg

Tierärztliche Praxis für Heimtiere & Kleintierpraxis | Dr. Bernhard Lazarz - Fachtierarzt für Heimtiere

Zusatzbezeichnung Zahnheilkunde

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